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Inspiration

“I’m out”

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“I’m out”

Wie ich den Pfad einer vordefinierten Karrierelaufbahn verlassen habe und wohin er mich bisher geführt hat

Ich habe meine Karriere als Kreative in der Werbeindustrie, eine der für mich aufregendsten Branchen, gestartet. Das Leben war leicht. Alles, was ich tun musste war, den geebneten Weg zu gehen: Die Leiter hoch, soweit man sich traut. Ich hatte die Möglichkeit alle zwei bis drei Jahre die Agentur zu wechseln, wenn ich meiner Karriere einen kleinen Schub geben wollte.

Dabei gab es ein Hindernis: Ich bin eine Frau. Und als Frau wusste ich von vornherein, dass ich es rechtzeitig an die Spitze schaffen musste, wenn ich nicht unterwegs zurückbleiben wollte. Als Mutter wechselt man in der Werbebranche quasi über Nacht von der wilden, schnellen Überholspur, die deine Haare im Wind tanzen lässt auf eine einspurige Fahrbahn voller Schlaglöcher.

Was machen Mütter, wenn sie an diesen Punkt kommen? Sie können, Option A:  daran festhalten und auf der Überholspur bleiben, allerdings mit schreienden Kindern auf der Rückbank (versucht es mal, es macht keinen Spaß!). Dabei versucht man ununterbrochen, mit den jüngeren und flexibleren Kreativen mitzuhalten. Option B: Du wirst Freiberuflerin und somit deine eigene Chefin und gibst selbst das Tempo an. Ich entschied mich für Option B. Ich habe mit der Fotografie angefangen und liebe es. Aber als Freiberuflerin fehlte mir die Arbeit im Team und ein Teil von mir dürstete nach größeren Herausforderungen. Und so lernte ich Floko und die ZIBERT + FRIENDS Crew kennen.

Mein 40. Geburtstag stand bevor und für dieses Jahr hatte ich mir das persönliche Ziel gesetzt, herauszufinden, worin ich Expertin werden könnte. Ich wollte meinen eigenen Wert steigern, statt in den nächsten Jahren an Wert zu verlieren. Und 2018 entschied mein Chef die Firma grundlegend zu verändern und eine neue Richtung einzuschlagen: Weg von Hierarchien, weg davon, Regeln zu befolgen, jenseits von getrampelten Pfaden und unseren Komfortzonen. Heute sind wir Berater für Unternehmenskultur und Kommunikationsstrategien. Seine Vision wurde zu meiner Möglichkeit, meine Richtung neu zu definieren, zu überdenken was ich am liebsten mache und diese Erkenntnisse mit den Bedürfnissen einer Welt zusammenzubringen, die ständig im Wandel ist. Im Kern unterscheidet sich das, was ich heute tue nicht so sehr von dem, was ich vorher gemacht habe. Ich habe jahrelang als Artdirektor Probleme auf kreative Art und Weise gelöst, um mit Kunden zu interagieren und ihre Beziehung zur Marke zu verbessern. Heute wende ich all das, was ich gelernt habe an, um Unternehmen dabei zu unterstützen die Kommunikation und Beziehungen zu ihren Mitarbeitern zu verbessern. Aber eben als Beraterin. Das erfordert genau so viel Kreativität in der Problemlösung, wie sie für die Entwicklung einer neuen Strategie für ein CRM Programm einer Marke benötigt wird. Ich entwickle heute auch kreative Konzepte, Kampagnen und Kommunikationsstrategien aber ich halte eben auch Workshops mit dem Kunden um diese Konzepte in Zusammenarbeit zu entwickeln. Unsere kollaborativen Briefing Sessions sind wirklich das Beste, wenn es darum geht eine starke und ehrliche Beziehung zum Kunden und das Vertrauen aufzubauen, um die Ergebnisse unserer Projekte weiter zu verbessern. Kein Tag ist wie der Andere.

Wenn ich auf unser erstes Jahr ZIBERT + FRIENDS consulting zurückschaue, fühlt es sich an als habe die Welt da draußen noch nicht ganz verstanden, was sie mit uns anstellen soll – noch! Wir passen in keine Schublade und wenn ihr mich fragt, ist das auch gut so. Wenn man einmal den Trampelpfad verlässt, merkt man schnell, dass man auch für andere neue Wege erschließt. Es braucht viel Selbstbewusstsein und Vertrauen, um unsere selbst gestaltete Vision zum Leben zu erwecken. Aber wir sind nicht allein. Viele Mutige da draußen teilen das Gefühl, die Dinge auf ihre eigene Art anpacken zu wollen. Wir hatten die Möglichkeit mit vielen wunderbaren Kunden zusammenzuarbeiten, mit denen wir noch vor einem Jahr nicht hätten arbeiten können. Die Zeiten erfordern neue Herangehensweisen und wir für unseren Teil lieben es!

by Denise

Die Ziberts.

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